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Mendener Stenografenverein 1929 e. V.

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Vereinsgeschichte

Sicherlich können wir stolz darauf sein, seit dem Jahre 1929 in Menden Kurzschrift und Maschinenschreiben/PC-Schreiben zu lehren. Unsere Vereinschronik gibt Aufschluss über das Vereinsgeschehen seit Gründung. Gerade unserer Jugend wollen wir das Geschehen in diesen Jahren verdeutlichen und unseren älteren Mitgliedern nochmals in Erinnerung rufen.

Bereits im Jahr 1893 wurde in Menden ein Stenografenverein unter dem Namen "Gabelsberger Steno-Freunde" gegründet. Über diesen Verein ist leider nichts weiter bekannt.

Am 28. September 1929 trafen sich im Hotel zur Post zahlreiche Personen zur Gründungsversammlung. Erster Vorsitzender war Herr Rektor Fritz Böckelmann. Die erste Vorstandssitzung fand am 22. Oktober 1929 statt. Bereits am 07. November 1929 begannen die ersten Kurse in Kurzschrift.

Der Verein zählte im Jahre 1930 bereits 147 Mitglieder, davon 48 Damen und 99 Herren. Im November 1930 wurde deshalb das Vereinslokal gewechselt. Das Lokal Schweins verfügte nicht über die erforderlichen Räume, so dass der Gasthof Harre die besseren Möglichkeiten bot.

Im März 1931 wurde das erste Vereinsleistungsschreiben durchgeführt.

Nach den ersten Jahren kam 1932 der erste Rückschlag. In diesem Jahr konnte nur ein Kursus durchgeführt werden. Grund war die zunehmende Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Verarmung der breiten Masse. Die Mitglieder teilen sich bereits auf in 90 zahlende und 30 infolge Arbeitslosigkeit nicht zahlende Mitglieder.

Die "Machtübernahme" der NSDAP im Jahre 1933 hatte auch Auswirkungen auf unseren Verein. Sämtliche Kurzschriftvereine gehörten nur noch der einen "Deutschen Stenografenschaft" an, dessen Reichsleitung sich in Kulmbach befand. Das ganze Reichsgebiet wurde in Gauverbände entsprechend den Gebieten der politischen Gaue der NSDAP aufgeteilt. Die Stenografen wurden in Ortsgruppen zusammengefasst. Der Mendener Stenografenverein hieß ab da "Deutsche Stenografenschaft Ortsgruppe Menden".

Nach dem Tod von Rektor Böckelmann wurde am 19. Oktober 1934 Josef Hagenhoff zum Vorsitzenden gewählt.

Im Januar 1935 wurden erstmalig Lehrgänge im Maschinenschreiben durchgeführt. Damit gehört unser Verein zu den wenigen im heutigen Nordrhein-Westfalen, die sich schon damals neben der Kurzschrift dem Maschinenschreiben widmeten.
Mit drei Schreibmaschinen wurde begonnen. Im Laufe des Jahres konnten weitere drei Schreibmaschinen hinzugemietet und dann sogar vier Maschinen gekauft werden, so dass in 1935 bereits 75 Personen ausgebildet werden konnten.

Neben der Ausbildung und geselligen Veranstaltungen nahm der Verein auch an überörtlichen Wettschreiben teil. Im Jahr 1937 beteiligte sich Wilhelm Schröder am Meisterschaftsschreiben in Bayreuth und erhielt für seine hervorragende Leistung den Titel "Deutscher Meister im Maschinenschreiben".

1938 wurde mit 380 Mitgliedern der höchste Mitgliederbestand des Vereins erreicht. An diese Zahl "knabberten" wir uns nach dem Krieg (1964 = 362 Mitglieder) zwar heran, konnten sie aber nicht übertreffen.

Durch Einberufung zur Wehrmacht und zum Arbeitsdienst verringert sich die Mitgliederzahl im Jahr 1939 und die Unterrichtsleiter standen nicht mehr alle zur Verfügung.

Die Lehrgangstätigkeit konnte jedoch fortgeführt werden. 1940 wurden 153 Personen in Kurzschrift und 120 im Maschinenschreiben ausgebildet.

Die Kriegsjahre 1942 - 1945 brachten das Vereinsleben zwar zum Stillstand, doch wurden noch laufend Lehrgänge in Kurzschrift und Maschinenschreiben bis Ende 1944 abgehalten - und das unter Verdunkelung und Fliegeralarm. Hier ist es vor allen Dingen dem Einsatz des stellvertretenden Vorsitzenden Josef Guthoff zu verdanken, dass durch die vielen Einberufungen zur Wehrmacht die Leitung der Kurse gewährleistet war.

Aufgrund der Kriegswirren kam die Lehrgangstätigkeit Ende 1944 zum Erliegen. Durch Tod und Kriegsgefangenschaft vieler Vereinsmitglieder war das Vereinsleben vollkommen zum Stillstand gekommen. Der Vorsitzende Josef Hagenhoff fiel im März 1945.

Bereits im Jahre 1946 lebte der Gedanke einer Wiederbegründung des Mendener Stenografenvereins auf. Am 14. Oktober 1946 wurde die Wiederbegründung bei "Oberkampf" beschlossen. Heinz Pantel wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Ein großer Teil der Mitglieder war noch in Gefangenschaft. 35 Mitglieder waren auf den Kriegsschauplätzen des Zweiten Weltkriegs gefallen. Und noch fehlte von einer großen Zahl jegliche Nachricht über ihren Verbleib. Im Prinzip kam es zu einer Neuanmeldung der Vereinsmitglieder.

Im Dezember 1947 nahm der Verein die Kurzschriftausbildung wieder auf. Mit dem Maschinenschreiben konnte aus räumlichen Gründen erst in 1949 begonnen werden.

1952 übernahm der langjährige stellvertretende Vorsitzende, Julius Schulte, den Vereinsvorsitz, gab ihn jedoch 1953 wieder an Heinz Pantel zurück.

1953 nahm der Verein erstmals nach dem Krieg wieder an Bezirkswettschreiben teil.

Im Jahre 1954 wurden 475, in 1955 sogar 538 Teilnehmer in Kurzschrift und im Maschinenschreiben ausgebildet. Im Jubiläumsjahr 1964 kam man mit 474 Teilnehmern noch einmal an diese Erfolge heran.

1966 wird der Gasthof "Oberkampf" Vereinslokal.

Ab 1972 führte Anton Schulte die "Regie" im Verein.

Seit 1973 unterrichtet der Verein in der Kaufmännischen Berufsschule (heute Berufskolleg) an der Werler Straße. Dort wurde erstmals auf elektrischen Schreibmaschinen unterrichtet.

1976 führte der Verein aus Anlass des 700-jährigen Stadtjubiläums das Bezirksleistungsschreiben durch.

In der Jahreshauptversammlung 1983 wurde Franz Kißmer zum Vorsitzenden gewählt.

Das Vereinsleben der Nachkriegszeit bis in die achtziger Jahre war neben den Unterrichten und Teilnahmen an Wettschreiben geprägt durch gesellige Veranstaltungen wie Karnevals- und Nikolausfeiern, Tanzabende, Theaterfahrten, Besichtigungen, Wanderungen, Spieleabende, Busausflüge, Fahrradtouren, Grillabende und Filmvorführungen.

In das Wettkampfgeschehen griff der Verein aber erst in den 80er Jahren richtig ein. 1983 nahm der Verein erstmals an den Deutschen Meisterschaften teil, 1984 am Bundesjugendschreiben und 1985 am Jugendpokalschreiben.

Am 06. Juni 1983 erzielte Jürgen Deimann mit 420 Anschlägen auf der Schreibmaschine die Goldmedaille auf dem Bezirkstag in der Jugendklasse. Ein Jahr später wurde er im Perfektionsschreiben Verbandsjugendmeister. Weitere Platzierungen folgten.

Seit 1985 ist Udo Klüting Aushängeschild des Vereins. Er errang bis heute in den verschiedenen Wettkämpfen in Kurzschrift, im Maschinenschreiben und im Tastschreiben auf Bezirks-, Verbands- und Bundesebene 22 x Gold, 17 x Silber und 16 x Bronze. Seine besten Leistungen liegen im Tastschreiben bei 498 Anschlägen/Minute und in der Stenografie bei 475 Silben/Minute. Im Herbst 1997 wurden die Kurzschriftkurse mangels Nachfrage eingestellt. Seitdem unterrichtet der Verein nur noch im Tastschreiben, ab 1998 auf Computern.

Nach dem Tode von Franz Kißmer im Januar 2002 übernahm Udo Klüting den Vereinsvorsitz.

Mit der Abnahme der Mitgliederzahl in den 90er Jahren und dem Einstellen der Übungsabende nahm auch das Vereinsleben weiter ab. Eine Trendwende markiert hoffentlich das Jahr 2005. Erstmals seit 1990 nahmen wieder mehrere Mitglieder des Vereins an Wettschreiben teil. Unsere jugendlichen Schreiber konnten dabei schon beachtliche Erfolge aufweisen.

In den Jahren von 1929 bis 2005 wurden von unserem Verein insgesamt 18.164 Teilnehmer von 8 bis 70 Jahren in Kurzschrift, im Maschinenschreiben und PC-Tastschreiben unterrichtet.

 

Hier können Sie sich die Vereinsgeschichte als PDF-Datei (62 KB) auf Ihren PC herunterladen.